kαirós 
Menschen und Kulturen.... 

Eine Träne rollt über die linke Backe meiner Freundin. Sie streicht sie sanft ab, fast als wolle sie sie bewahren. Mit dem Mut einer Verzweifelten lächelt sie schief. „Ja, mein Jahr hat gut begonnen. Ich habe nach Jahren Frieden mit meiner Schwester geschlossen.“ 

 

 

Die Dame an der Rezeption der Haustechnikfirma bat mich, noch etwas zu warten, der Chef käme gleich. Auf meine Antwort, ich hätte Zeit, drehte sie sich abrupt um und murmelte mit gesenktem Kopf: „Eigentlich gehöre ich hier gar nicht hin. Ich bin Krankenschwester, aber das Geschäft brummt und so bin ich statt 60% eben 120% jetzt hier.“

„Jetzt hör doch auf! Der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“ Wie wahr. Und dennoch kann man diesem Satz etwas abgewinnen. Dieses „Aufhören“ steht in Bezug auf eine Neuerung. Man beendet etwas Altes und beginnt Neues. Man macht in jedem Fall jedoch weiter.

Dieses „Aufhören“ kann aber auch bedeuten, dass man auf etwas hört, um aufzuhören.

Als ich letztes Jahr im Dezember an einem sehr frühen Samstagmorgen rückwärts aus der Garagenausfahrt fuhr, im Gedanken bei meinem Training, das ich halten würde, hörte ich ein vertrautes Geräusch. Blech drückt Blech.

Dieser Scheißwagen stand gestern Abend noch nicht da.

 

 

Die syrische Armee hat um die Weihnachtstage im Osten Aleppos große Teile Zivilbevölkerung mit Raketen und Fassbomben getötet.

Viele überlebende Kinder sind bereits seit langem oder kurzen ohne Eltern, Verwandte oder Freunde. Auch wenn der Osten Aleppos mittlerweile „geräumt“ ist, bleibt für diese Kinder die Hölle bestehen. Wo schlafen, essen und trinken? Wie zur Ruhe kommen und nicht erfrieren? Welches Dach über dem Kopf wird es vielleicht wieder geben?

 

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