kαirós 
Menschen und Kulturen.... 

dass man weiß, was man nicht mehr braucht!“, erklärte mir neulich eine Nachbarin, als ich Funkien in meinen Vorgarten pflanzte. Etwas verwirrt griff ich nach der Schaufel und überlegte, ob ……

 

sie die Gartenarbeit als unnötig abtun wölle. Im Gegenteil. Sie erzählte von ihrer Gartenarbeit, wie beruhigend diese Tätigkeit auf sie wirke, wissend, dass jeder Handgriff dem Rhythmus der Natur unterliege, nicht ihrem Einfluss, sie jedoch etwas dazu tun könne, um Schönheit zu gestalten, die sie dann wieder loslassen muss, weil sie vergeht. „Und was brauchen Sie jetzt nicht mehr?“, versuche ich, die Kurve zu bekommen. „Die Ruhelosigkeit und Verzweiflung, als mein Mann starb, die Kinder aus dem Haus waren. All die Mühen und Ängste, die ich ausstand im Familienleben will ich nicht missen. Sie prägten mich, waren wichtig. Ebenso wie das Leben mit all den Freuden in der Familie. Aber ich will dieses Hinterherjagen hinter Zielen nicht mehr, die nicht meine sind. Was mich jetzt vorwärts bringt, ist eine Sehnsucht, die auch im Alter bestand hat, aber ohne das Getriebensein von früher.“ –„Mmh?“ – „Ich lasse los. Das ist das Gute am Alter. Ich will keinen Ballast mehr. Dazu gehört auch, Dinge, die mich früher furchtbar aufregten und ganz groß wurden, nicht mehr so wichtig zu nehmen und schöne Dinge zu tun.“

Mir schießt ein Sinnspruch von Martin Buber durch den Kopf:

„Alt sein ist ein herrlich Ding, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt.“ Ich weiß, was ich brauche, ich buddle einfach weiter.

 

Zum Seitenanfang